Trocknen Tränen, verbleiben Spuren. Kristallin belegen sie Emotionen jedweder Natur oder Reflexe. Proteine, Enzyme, gebettet in Salz … was vom Weinen übrig bleibt.
Doch so wie der Geist seinem – oft unfreiwilligen – Hort entweicht, der Flasche, oder in Aladins Fall der Lampe, so treibt der Tränen Grund Blüten, wirkt.
Und bestand aus eisig‘ Fleisch des Beobachtenden Herzen, regen sich nun Gefühle. Denn Tränen erweichen, berühren.
Tränen gehören den Weinenden, aber – als ob die Zähren sich ihrer Tragweite bewusst wären und über ein Eigenleben verfügten – mir gefiele der Gedanke, sie selbst würden wahrgenommen werden wollen.
SIE ist eine andere in diesem Moment; was die Psychologie erklärt, erfahren nun ihr Leib und Geist: Transformation. Sie spürt den Mond, liest in sich Freude, die unlängst noch vergraben war. Versteckt unter Bergen gelebter Zeit, unerfüllten Hoffnungen, erfüllten …
Doch nun ist sie freigelegt, die Freude. Sie geht einher mit jenem Duft der sich in ihr als süße Sehnsucht ersteigt.
Innehaltend geht ihr Blick hinein in den blauschwarzen Himmel, der surreal nah Sterne – so scheint‘s ihr – irrlichtern lässt.
Sie sieht ein Flugzeug in der Ferne, eigentlich nur die Positionslichter, erahnt den Thermo-Boliden. Er fliegt wohl in Richtung Westen. Dorthin, wo alles endet, alles Leben, und somit neues entstehen kann …
So wirft sie der Ahnung eines Flugzeugs eine ganze Woge aus Sehnsucht hinterher, damit diese sich als Kraftfeld um Rumpf und Flügel legen möge, und begleitet, ihrer Sehnsucht Quelle entgegen.