REGENREISE

Getürmte Zeit, abzuschleifen zwischen silbern belegter Wolken, gold‘nen Sternen und schwarzer Erd‘.

Eis und Regen, Eisregen; in der Fusion trotzt das Erstarren dem Schmelzen.

Du sitzt neben mir; ein vereinter Atem erschafft uns neu. Die Lust zu Reden erschlägt sich selbst, denn der Moment, zart wie eine Kirschblüte, soll unverfälscht schweben über uns, in uns, mit …

„Voller Glück, das bist du“, murmelt verschwörerisch die faltenreiche Roma-Frau und streckt mir erwartungsfroh ihre üppig beringten, wettergegerbten Hände entgegen. Einen Lidschlag lang berühren wir uns; der Lohn für ihre Phrase, ein Geldschein. Aber ich spürte heiße Lava in ihrem Herzen, und eine Million geweinte Tränen. Und die ihrer Mutter, die ihrer Großmutter, Ur-Großmutter …

Endlos schien der Sturm, schwarze Wolken zerrten am Meer, wütende Schläge aus Blitz und Donner wühlten es auf, kein Licht, nirgendwo. Doch dann durchbricht ein Strahl, gleißend und kraftvoll, die düstere Decke. Und sie erwacht. Wo, weiß sie nicht, auf einem Schiff vielleicht? Aber vor der erneuten Finsternis – und rasch schließt sich das Wolkenfenster, erstickt schier den Strahl – erkennt sie, gewesen zu sein. Fort, der erdenschwere Druck auf ihrem Herzen.

Mag nun kommen, was kommen soll.