Im Glück es wohlig ist. Sterne sind keine Freunde. Satt zu sein, tut gut – und tötet manchmal.
Der stete Drang des Menschen, erneuern zu wollen, ja, zu müssen, hebt empor, was sich als Groteske ohnehin der prädikativen Masse entzieht. Erneuern, um zu verbessern, um weiterzuentwickeln … So lügt sich der Mensch in den Tag, denn was besser sein soll, oder weiter entwickelter, ist nur eine generative Subjektivität. Denn: Sind die Eliten keine mehr, herrscht das Gewöhnliche; die Zeitenwende naht. Untergeht, was untergehen muss.
All das, was der Mensch tut, ist menschlich, auch in seiner schockierendsten Form, auch in seiner Agonie, auch in seiner moralischen Überheblichkeit, seinem Hang zur Selbstzerstörung. Und erst recht in seiner Dummheit. Ganz gleich, wo er herkommt, was er hat oder ist, Russe etwa, Pfarrer, Massenmörder oder Kongolese, Ukrainer oder Politiker der Grünen.
Der Amerikaner in der weißrussischen Bar in Warschaus Ulica Lwowska gab vor, Geschäftsmann zu sein, Logistik-Branche. Dass er log, drängte sich dem Betrachter auf, wie ein Versicherungsvertreter seinem Kunden-Opfer. Militärisch kurz geschorenes Haar, seduktive Attitüde, partiell gute Bildung, trotz seines mittleren Alters ein durchtrainierter Körper … und die Fähigkeit zu fragen, ohne überneugierig zu wirken. War es ein Zufall, dass die US-amerikanische Botschaft keine sechshundert Meter entfernt war?
Er trank Jameson on the Rox. Seine Welt drang ihm aus jeder Pore. Und der unübersehbare Anspruch, den Rest ebenfalls zu seiner zu machen.
Morgen wird der Sturm nachlassen, des Winters letztes Aufgebot, so bissig-zäh es auch den Frühling bekämpft, weicht.
Die Magnolien blühen, die Systeme wanken.
Alles wird anders, alles.