In der Tiefe des Moments, die Zeit sich absondert. Von dem, was wir Menschen mitunter „Großes Ganzes“ nennen. So entschält sich das entelechische aller Dinge, aller Gegebenheiten.
„Jestem Hybridowy“ steht auf einem an der Hala Koszyki, Hotspot der Warschauer Gastronomie, nahezu majestätisch vorbeischnurrenden Autobus.
Ein gigantisches, über eine ganze Häuserflanke reichendes Werbeplakat sticht ins Auge; die aufkommende Abenddämmerung fügt dem dominierenden Blau des abgebildeten Filmhelden Thor eine Farbdimension hinzu, die nur im Einklang mit der gegebenen Zeit magisch in Bann zu ziehen vermag.
Im raschen Schritt einer damenhaften Passantin deutet sich ihre Welt an. Wo will sie hin, was treibt sie an, wird sie von jemandem erwartet? Ist Pflichtbewusstsein ihrer Eile Grund? Oder Vorfreude? Vertäuen sich ihre Gedanken mit dem was geschehen ist oder kommen mag?
Der vier Freunde kollektiver Spirit an jenem mit Wein, Wasser und lukullischen Köstlichkeiten beladenen Tisch im Restaurant Port Royal scheint wie eine essentielle Zutat einer die Urmenschlichkeit spiegelnden Szenerie; miteinander verwoben und sich bedingend bilden der Männer Bewegungen, Blicke, Stimmen, Worte und Gelächter ein Orchester der freundschaftlichen Geselligkeit, fern jeder Zwietracht.
Kulturpflanzliche Sträucher wiegen sich im lauen Sommerabendwind, die Tür zur Hala Koszyki öffnet sich und fällt ins Schloss, öffnet sich wieder und fällt erneut …
Ein Glas fällt klirrend zu Boden; jemand zischt unflätig.
Augen suchen einander.
Frauenhaare werden von ihren Trägerinnen verführerisch anmutend umspielt.
Besteck klimpert auf Porzellan.
Körper wiegen sich im Raum, der sie umgibt.
Drinks fließen Kehlen hinunter.
Lippen bewegen sich, Worte werden gesprochen.
Alles scheint eins. Und doch Teil des Großen Ganzen; und nur die Zeit, nur, ist dessen Bindungselixier und gebiert jenen Wert der Erinnerungsgabe verleiht.