TRIOMPHE D’AMOUR


wenn der morgen kommt

und jeden tag verschiedenen gesichts

mal gold, mal trüb, auch phosphor-klar …

gebiert, was wir vergessen wollen

und sich doch näher schleicht

wie unbill, oder gicht

denn jeder tag ein zyklus misst

ein kreislauf der beginnt und endet

und so des lebens spiegel ist

dann flieht der letzte nächt’ge schatten

und licht erfasst der welten raum

so ist’s wie des kindes erster schrei

tonlos

nichts trügt, kein traum;

auferstanden in den tag

jede halbe stund‘ zwei jahr‘

so prall, so hell, und schnell;

ob regen, sonne, schmerz und liebe

ob glück, ob last – des schicksal hiebe

sind gewiss

wenn der mittag überschritten

ist’s genug gefreut

und auch gelitten,

färben sich die wolken neu

und rasend schnell geht’s dann

im viertelstundentakt die jahre

entglitten unseren händen

halten inn‘ wir dann

in lodernd‘ moment

der wie zunder wirkt

für die zeit

die umso schneller brennt;

wenn es wieder dunkel wird

der zyklus sich dem ende neigt

als greis wir in die kurve gehen

die letzte reise

auf ungewolltem pfade

ja, des schicksals finale schneise;

die lichter schwinden

westwärts die letzten schimmer

unsre augen geschlossen

verlassen die zimmer

die uns das leben bot;

ein wunder jeder tag,

der da mit dem leben ringt

und uns erinnern mag

wie schön der morgen ist

und der menschen liebe

für jene zeit

die ist und damit bleibt;

nun wisst ihr um des lebens sinne

auf das er nicht verinne

weil sonst nichts anderes ist.“