SCHWANENLIED IN DREI TÖNEN
„Drei Töne packt‘ ich ein
der Tag, noch jung
das Nest verschlossen
so flog ich dann
allein
dorthin wo die Nebel wohnen
wo der Mond im Horizont versinkt
auch maskenhafte Berge thronen
und kein Mensch die Stille linkt;
auf halbem Wege macht‘ ich Rast
nach vorne blickend
voll der Freude
im Zurück bloß dunkle Hast;
so saß ich nun im Federkleid
den blick gen Himmel
im Niemandsland
nur ferne Sterne
und von der Liebe unerkannt;
kalt wurd’s mir,
die Winde pfiffen,
rissen mir die Federn ab
und manche Last;
ich grub mich ein
entfachte Flammen
die Zeit verschwand, da ich gelitten
ins Feuer warf ich meine Träume,
sie trogen mich
wohl doch nur Schäume … ;
dann fraß ich meine Töne
verschlang sie schier
den ersten, eine Bitte
um Zeit, die ich nicht haben darf
der zweite eine Frage
die niemals eine Antwort sah
der dritte Ton, ein trock’nes Ding
würgt‘ ihn runter, es war ein Sinn
in meinem Herzen er stets wohnte
zu kitzeln diesen Leib;
dann schlief ich ein
bei klarer Nacht
blieb traumlos wohl
ich weiß es nicht
denn anderntags
da sah ich dich
vor meinen Augen dein Gesicht;
was ich verschlungen, kroch empor
den Hals hinauf aus meinem Bauch;
die Bitte, dass du bei mir bist
die Frag‘ ob du mich liebst
der Sinn, dass du geschiehst.
So kehrt‘ ich um
in meine Schlacht
geleitet ob der Liebe
und der Sehnsucht
geführt von deiner magisch Macht.“