Zitat:
Denn Wohltaten sind nur so lange willkommen, als man noch glaubt, sie vergelten zu können; sind sie über diese Grenze weit hinaus, so wird statt des Dankes Hass erwidert …
Zitatende
Tacitus soll das geschrieben haben, u.a. belegt in Blaise Pascals „Gedanken“.
Was vielleicht im Privaten schon viele Menschen erlebt haben – ich selbst könnte ein Buch über diese Tiefen der menschlichen (nächt’gen) Couleur schreiben, und möglicherweise mache ich das auch noch – dürfte auch für vermeintliche Staatslenker, Präsidenten und Kollektive, ja, sogar Staatsnationen und Völker oder Völkergruppen gelten.
Oder anders ausgedrückt: Undank ist der Welten Lohn.
Der Ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj befindet sich gerade auf Waffen- und Geldbeschaffungstour durch Europa; nicht wenige sagen: Auf Betteltour.
Und tatsächlich, man kann sie bereits erkennen, die Anzeichen und mehr oder weniger leisen Signale, dass Tacitus‘ Weisheit sich im Falle der Ukraine bewahrheiten könnte; je dringlicher, trotziger, unverblümter Forderungen nach immer mehr Geld und Waffen vorgetragen werden, desto mehr wird klar, dass einem sich abzeichnenden Trauma – dem der Unfähigkeit dereinst zurückgeben respektive vergelten zu können – latent selbstbestätigend, sich aufmunternd … begegnet werden soll. Auch deshalb reden sich viele Ukrainer ein, dass ihr Opfer einen Wert besäße, einer Gegenleistung würdig, die die Europäer, der Westen, gefälligst (so der Eindruck) zu bezahlen hat.
Ohne die Geld- und vor allem Waffenlieferungen des Westens wäre die Ukraine als derzeitiges Staatsgebilde freilich Geschichte. Das grausige Töten aber auch.
Es bleibt abzuwarten, inwieweit sich, insbesondere unter den Vorzeichen der nur allzu bekannten – wenn auch derzeit westlich-medial unter den Teppich gekehrten – ukrainischen Stereotypen (die vielleicht doch Charakteristika sind?, würde der Schelm fragen), wie etwa ein rekordverdächtiger Hang zur Korruption (jetzt wurde auch noch der Gerichtspräsident verhaftet …) oder die Feindseligkeit gegenüber anders Denkenden, auch national-rassistische Auswüchse – und Putins vermeintliche Mär vom ukrainischen Faschisten dürfte eines gewissen wahren Kerns vielleicht doch nicht entbehren – auswirken werden. Tacitus lässt grüßen.
Der gemeine EU-Bürger sollte sich jedenfalls nicht wundern, wenn Präsident Selenskyj zwar strahlend Hände schüttelt und Danke sagt, aber insgeheim Victoria Nulands einst viral gegangen Spruch „F… the EU“ meint. Das wäre zumindest menschlich …