An den genialen Dante Alighieri zu denken, ist ein Genuss. In seiner „Göttliche Komödie“ weist er dem Verrat als schlimmste aller Sünden den um das Fegefeuer und die Vorhölle engsten Höllenkreis zu, den neunten. Dante argumentiert, für den Verrat sei von Bedeutung, dass zunächst das Vertrauen des Opfers erschlichen werden müsse, bevor zur verratenden Tat geschritten werden kann. Eine besonders verwerfliche Unart, die mit maximaler Strafe geahndet wird, eben jenem neunten Höllenkreis.
Pikanterweise, und während ich dies schreibe kribbelt’s regelrecht in mir, ganz so, als überkäme mich eine Vorahnung, die drauf und dran ist, Fleisch zu werden, schrieb ein Kollege Alighieris, der nicht minder geniale Machiavelli, über eine Erkenntnis, die schaudern macht. Für ihn stand fest, dass der Verrat fundamentaler Bestandteil der Politik sei. Was für ein Fuchs. Chapeau!
Die Vorstellung, ein als solcher festgestellter Verräter am eigen Volk namens Selenskij schmorte im neunten Höllenkreis, gefiele mir zwar, doch führt sie mich, wie jeden um Mitleid und Verständnis Bemühten, zur Frage nach dem Warum? Okay, Sie könnten jetzt sagen, es läge auf der Hand, all der Verrat am eigenen Volk – am gesamten, weil er es zur Schlachtbank führt wider besseres Wissen, und insbesondere am russisch-ethnischen Teil durch kalte Ausgrenzung – sei eben seiner … nein, nicht Dummheit, seiner selbst geschuldet. Denn wirklich dumm ist der weltweit bettelnde Mann mitnichten … Wohl aber scheint er maßlos in seiner Gier, seinen Ambitionen und seiner Hybris, unfähig, die von ihm verschuldete Katastrophe seiner Bevölkerung durch Einsicht und Weitsicht zu mildern … Es wird eng 2024.