NO DEAL!

Der Spielverderber ist ein Neider. Er missgönnt, er ätzt, er mosert. Und zeigt dabei, wie klein er ist, wie unreif, wie übel.

Nein, ich möchte kein Spielverderber sein, möchte Freude nicht missgönnen, will der anderen Glück nicht stören.

Ich möchte, dass meinen fußballbegeisterten Söhnen emotional zu Teil wird, was mich einst und bis mindestens 2014 erfasste, und auf gleichsam euphorischen Flügeln emporhob: Nationalstolz in der Stunde des Sieges, und – wenn es denn sein musste – tiefe Traurigkeit nach einem Turnieraus.

Erlebnisse – dank einer großartigen Fußballnation, der deutschen -, die mich erfüllten, prägten, leiteten. Und viele Millionen andere auch. Wie könnte ich meinen Söhnen ersetzen, was zu erleben ihnen verwehrt bleiben muss?

Alles nicht so wichtig? Nur ein Spiel? Nur Fußball? Jjjjjein … Denn wenn Brot satt macht und Spiele glücklich, ist es dem Hungrigen, dem Unglücklichen gleich, ob Cäsar auf der Menschen Glück sein despotisches Reich schmiedet. Hauptsache satt, Hauptsache glücklich. Und sei es nur für den Moment.

Oder?

Das Perpetuierte zu perpetuieren ist trivial; alle wissen um die tiefere Bedeutung der Losung „Brot und Spiele“. Gähn …

Indes, wider die Instinkte lässt sich schwer jubeln. Mein Instinkt schlägt Alarm und derart gewaltig, auch vernunftweisend, dass mein profanes Glück mich wie des Sokrates‘ Schierlingstrank dünkt.

Wenn die Grenze zur Selbstachtung nicht weiter ins Absurde zu verschieben ist, wenn offensichtlich und nicht mehr durch Selbstbetrug übertüncht werden kann, was die Macher von Brot und Spiele beabsichtigen – und da ist „satt und glücklich machen“ nur höchst oberflächlich vorgeschoben -, erfreuen schlicht keine Siege mehr, und seien sie sportlich auch noch so verdient.

Blieben „Brot und Spiele“ jedoch „Brot und Spiele“, ließe sich in altbewährter Manier das Glück des Augenblicks genießen; ach, wär‘ das schön, für die meisten, für meine Söhne, sogar für mich …

Doch wenn die Show verkommen ist zum politischen und gesinnungspolitischen Klamauk, zur pro-ukrainischen, pro-woken, anti-nationalen Wahlveranstaltung, zur metaphorischen Kriegstrommel; wenn das Alter die Selbstlüge straft, ja, wenn selbst der Makel des Neiders, des Spielverderbers, nicht mehr abzuschrecken vermag, ist es Zeit, den Spieß umzudrehen.

Ich nehme das Brot, ich nehme die Spiele, verwehre den Veranstaltern jeden Respekt, jeden Dank, jeden politischen Zuspruch und vor allem meine Stimme bei der nächsten Wahl.