Ein Loch im nasskalten Gras, und Erinnerungen, einstige Geschehnisse, als Bilderfetzen oder bestenfalls Abfolgen videohafter Sequenzen … mehr ist nicht, was bleibt. Für den Moment. Denn auch die Erinnerungen verblassen, und irgendwann deuchen sie wie ein schöner Sommertag in den Neunzigern. Er war existent, ja, er war schön, unbedingt, aber er ist nicht greifbar mehr, weder visuell noch wirklich tief inhaltlich.
Wenn der Angehörigen Tränen und Schluchzen die Kondolenzen lenken, Betroffenheit ist Trumpf, ist der Tod längst gegangen. Kein Fleisch des Gestorbenen, was verfaulen könnte, weil es verbrannt ist. Und kein Kniff um zu erwachen aus einem Albtraum, der unweigerlich ins Loch führt. Weg ist weg. Und verblassen wird, was einst erfüllte. Bis es ganz verschwunden sein wird aus eines jeden Gedächtnis, mangels Lebenszeit, denn irgendwann müssen alle ins finale Loch.
Und deshalb ist gewiss, dass nur eine die Zukunft verheißende Gegenwart von absoluter Bedeutung ist. Sie zu erschaffen, ist das Leben.
Was aber ist, wenn nicht mal mehr jenes Loch ermöglicht wird von Geschehnissen, die in Sekunden zu Asche werden lassen? Alles Fleisch und Leben, und mit ihr alle Dummheit und Hybris? Und alle Reminiszenzen? Von allen Menschen in Europa? Der Welt?